Kneipp macht Schule


Die Schule Am Dicken Stein macht sich auf den Weg zur zertifizierten Kneipp-Schule
Fubad mit gummiente

Zum Ende des Schuljahres 2013/14 beschloss die Schulkonferenz unserer Schule einen neuen Weg zur Gesundheitsprävention für unsere Schulkinder zu gehen.

Dieser Beschluss wurde in der 1. Schulkonferenz des Schuljahres 2014/15 noch einmal einstimmig bestätigt.

Als erste Wegmarke standen die Gedanken, dass wir in der Schule nicht nur den Bildungsauftrag für unsere Kinder erfüllen müssen, sondern auch für die seelische und körperliche Gesundheit unserer Kinder verantwortlich sind. Somit ist ein gesundes Lernklima mit all seinen Facetten in der heutigen Zeit unumgänglich und wichtig für Lernerfolge in allen Bereichen der Schule.

Der Kneipp-Verein Dinslaken wird uns in allen Bemühungen auf dem 18-monatigen Weg zur Zertifizierung unterstützen.

Herr Bückmann vom Kneippverein Dinslaken hielt auch schon den ersten Informationsabend für Eltern in unserer Schule ab, weitere Fortbildungsangebote werden folgen. Frau Ludwig, Herr Conrad und Frau Kehr sind mittlerweile im Kneipp-Ausbildungszentrum Bocholt zu zertifizierten Kneipp-Gesundheitslehrern ausgebildet worden.

Geschichte Kneipps

Sebastian Kneipp lebte von 1821 -1897 und praktizierte hauptsächlich in Bad Wörrishofen. Seine eigene Lebensgeschichte, die geprägt war von Kinderarbeit am Webstuhl, Mangelernährung und Schicksalsschlägen, führte ihn zum Priesteramt. Seine Ausbildungszeit hätte er beinahe nicht überlebt, weil er schwer an Tuberkulose erkrankte, die in der damaligen Zeit als unheilbar galt.

Niemand schien ihm helfen zu können und er erlegte sich selbst auf, jeden Morgen in aller Hergottsfrühe den Berg hinunter zu laufen, mit zügigem Schritt, und in der Donau ein kurzes Bad zu nehmen. Danach lief er wieder zügigen Schrittes den Berg hinauf , um danach zu ruhen. Diese Prozedur dauerte mehrere Monate an, Kneipp kam langsam wieder zu Kräften und spürte, dass dafür die eigenen Selbstheilungskräfte zuständig waren, die durch die Bäder angespornt wurden. Jeden einzelnen Tag dokumentierte er akribisch genau, um daraus Kenntnisse zu erlangen.

Nach seiner vollständigen Genesung verbreiteten sich seine Kenntnisse und viele Menschen kamen zu ihm, um von seinem Wissen zu profitieren.

So entstanden die „Kneippschen Güsse“, die Kneippschen Bäder“, das „Wassertreten“ und vieles mehr.

Sein Leitgedanke ist heute zu einem geflügelten Wort geworden:

Vorbeugen ist besser als heilen
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Sein wichtigstes Werk erschien mit dem Titel „So sollt ihr leben“,
ist bis heute ein Bestseller und definiert folgende Bereiche:

  • Licht und Luft

  • Wärme und Kälte

  • Bewegung und Ruhe

  • Ernährung

  • Seelenleben

Daraus wurden dann von den Ärzten die fünf Elementenlehre
(die 5 Säulen Kneipps) von heute entwickelt:

  • Wasser

  • Bewegung

  • Ernährung

  • Heilpflanzen

  • Lebensordnung

Konzept

Über die Jahre entstand dann in den Kneipp-Vereinen der Gedanke, die Gesundheitsprävention (Salutogenese) schon so früh wie möglich zu beginnen. So entstand das Kneipp-Konzept für eine ganzheitliche Gesundheitsförderung in Kindergärten und Schulen:

Kneipp-Gesundheit für Kinder
  • 1995/96 Pilotprojekt in elf bayerischen Kindergärten
    Kinder von heute- gesundheitsbewusste Erwachsene von morgen
  • 1997 Kneipp-Gesundheit im Kindergarten
    Erstellung des Komplettangebots „Aktionspaket“
  • 1998 Fachtagung zur bundesweiten Übertragung
    Ganzheitliche Gesundheitsförderung im Kindergarten
  • Pilotprojekt Gesundheit macht Schule
    Ganzheitliche Gesundheitsförderung in Grundschulen
  • 1999 Erarbeitung von Zertifizierungsrichtlinien
  • 17. Mai 2001 erste Kneipp-Kindertageseinrichtung
  • März 2007 erste Kneipp-Grundschule
Grundlage zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung bilden die fünf Elemente des Klassischen Naturheilverfahrens, die in entwicklungsgerechter Form angeboten werden.
child holding young plant in hands . Ecology concept
  1. Lebensordnung/Seelisches Wohlbefinden
  2. Kräuter und Heilpflanzen
  3. Vollwertige abwechslungsreiche Ernährung
  4. Bewegung
  5. Wasser als Überträger von natürlichen Reizen

Die fünf Elemente sind nicht voneinander zu trennen, sie überschneiden sich und bilden ein komplexes Gesamtgefüge wie der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele.

Als Ziele werden folgende Punkte festgeschrieben:
 
  • Förderung und Unterstützung der Gesundheit möglichst früh nach dem Prinzip der Salutogenese

  • Kinder/Schüler erwerben Grundlagen zur gesunden, naturgemäßen Lebensweise

  • Gesundheitsbewusstes Verhalten wird am Vorbild gelernt und im Alltag geübt

  • Eigenverantwortliches Umgehen mit sich, anderen und der Natur

  • Erkennen von gesundheitsförderlichen Verhältnissen und Verhalten